„Es hätte schlimmer kommen können!“

Sascha erhielt kurz nach dem 40. Geburtstag die Diagnose Parkinson. In den zwei Jahren seitdem hat sich in seinem Leben viel geändert: Kürzlich ist er vom Schichtdienst auf geregelte Arbeitszeiten umgestiegen, hat Hobbys und Ehrenämter eingeschränkt. Aber er hat auch neues für sich entdeckt! Der Familienvater sieht es optimistisch: „Parkinson ist doch eine freundliche Diagnose, damit habe ich eine normale Lebenserwartung, noch 30, vielleicht 40 Jahre … Krebs, Schlaganfall – da wäre es wohl schneller vorbei.“

„Meine Familie unterstützt mich sehr“

Leben mit Parkinson ist anders. In einer Klinik hat Sascha gemerkt, dass Regelmäßigkeit – jede Nacht Schlaf, feste Zeiten für Essen und Medikamente – ihm gut tut. „Ich habe in den letzten zwei Jahren gelernt, dass ich mich zurücknehmen muss: kein Schichtdienst, weniger Aktivitäten. Ich möchte mich zukünftig mehr auf mich und meine Familie konzentrieren.“ Seine Frau und die beiden Mädchen, 14 und 11 Jahre alt, unterstützen ihn auch darin, ganz offen mit seiner Krankheit umzugehen: „Wenn mich jemand fragt, warum ich humpele, sage ich: Ich habe Parkinson. Die Offenheit ist gut für mich.“

„Ich fahre wieder Motorrad“

Früher ist der inzwischen 42-jährige gern Motorrad gefahren. „Dann kamen Heirat, Kinder, Hausbau, da habe ich das jahrelang zurückgestellt. Aber die Sehnsucht war immer da.“ Nach der Diagnose hat sich Sascha eine Harley Davidson Fat Boys Special gekauft. Er trifft sich mit anderen Harley-Davidson-Begeisterten, macht Ausflüge, Touren. Oft dreht er auch Runden mit seiner Frau oder seinen Töchtern im Sozius.

„Man entdeckt auch neue Seiten an sich“

Sascha hat an seinem Haus viel selbst gebaut: „Im Sommer 2013 habe ich beim Heimwerken gemerkt, dass die Koordination der linken Hand schwierig wurde.“ Die Ärzte empfahlen, den Sport – Nordic Walking und Klettern – einzustellen, doch es wurde nicht besser. Erst ein Jahr später wurde Parkinson diagnostiziert. Heimwerken tut der gelernte Gas- und Wasserinstallateur und Sprengler weiterhin: „Ich habe jetzt erst entdeckt, wie viel Spaß mir Holzbearbeitung macht. Aus alten Blutbuchen-Bohlen, die bei einem Freund in der Scheune lagerten, habe ich eine Garderobe gebaut. Sie ist schöner geworden, als ich mir je vorgestellt habe.“

„Bewusster entscheiden“

Sascha war immer sehr sportlich und sozial engagiert, z.B. im Gemeinderat. Mit der Krankheit muss er seine Kräfte bewusster einteilen. Ein letztes großes Projekt für die Gemeinde hat er gerade noch realisiert: „Wir haben auf dem Kinderspielplatz eine riesige Kletterwand gebaut. Eine Palisade: 7 Meter breit, 2,50 Meter hoch. Eigentlich waren nur 2x2 Meter geplant. Da wir jedoch für die Klettergriffe einen Sponsor gefunden haben, konnten wir großzügiger bauen.“

„Hier möchte ich mich weiterhin einbringen“

Jahrelang war Sascha bei der Freiwilligen Feuerwehr, hat sich nun aber aus dem aktiven Dienst befreien lassen: „Das Adrenalin, wenn der Melder geht, ist zwar gut für den Parkinson – aber nicht gut für mich. Ich weiß auch nie, wie meine Tagesform ist, das möchte ich meinen Kameraden nicht mehr zumuten.“ Stattdessen engagiert der Pfälzer sich nun in Organisation, Sponsorensuche und Jugendarbeit. „In der Freiwilligen Feuerwehr geht es nicht um Macht oder Prestige, sondern darum, Leben zu retten. Ich möchte junge Menschen dazu ermuntern, sich zu engagieren!“

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